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Montag, 9. Februar 2009

meine 15 minuten

während ich auf den nächsten zug warte,

sitze ich im monsignore donaldo´s und trinke einen cappuccino. ich habe einen guten ausblick über die bahnhofshalle. gegenüber der service-point - besetzt von einer jungen und einer älteren dame.

die junge schaut mit diesem blick, mit dem junge leute schauen, die einen job beginnen und langsam brechen.
es ist diese phase in der junge leute "reifen" und "ins berufsleben reinwachsen".
aber ist das wirklich reifen? ist es nicht eher gebrochen werden? ein monatelanges schockerlebnis?
[an dieser stelle habe ich pausiert und weitergedacht]
sie sitzt hinter ihrem pult und ihre aufgabe ist es mit anderen menschen zu sprechen. auskunftgeben. aber fast alle menschen am bahnhof haben ein ziel und kaum jemand eine frage. und sie sitzt da und niemand redet mit ihr und sie ist wie ein kind voller fragen für die keiner zeit hat. und das einzige, was sie tun kann und der grund, warum sie stunde um stunde an diesem ort ist, wird einen halben meter vor ihr, an der kante des pults unwichtig.
ihr gehirn kommuniziert nur mit sich selbst.
sie verändert sich.
warum zerbricht man wenn man zuviel mit sich alleine ist?
(ist es wie einseitige ernährung?)
macht die frage sinn?
es gibt doch ebensoviele menschen, die dieses alleinesein suchen.
was unterscheidet diese menschen von den anderen?
sind sie schon einmal gebrochen worden?
haben sie den schock nicht verarbeitet?
ich glaube, ich denke grade über zuviele dinge gleichzeitig nach.

4 Kommentare:

  1. wieso schreibt denn hier keiner etwas?
    und wo sind die gedanken von miiinjung und dr. till?

    die selben gedanken hatte ich schon ab und zu als ich die dame im schlossparcenter sitzen sehen habe.

    ich denke diese leute werden vielleicht auf arbeit gebrochen und fühlen sich schlecht, aber zu hause gehts dann richtig ab. wieso sollten diese menschen sein wie unsere eltern?

    die meisten werden aktions malerei betreiben und lesungen über ihr sexualleben halten. richtig aufregendes zeugs. und: weil das total anstregend ist, sitzen sie dann am nächsten tag an ihrem tisch und schauen gebrochen.

    oder sie haben ohrstöpsel im kopf und lernen eine fremdsprache. weil sie diese als deutsche nur gebrochen sprechen werden können schauen sie auch gleich so drein.

    oder sie erinnern sich an romantische malerei und gedichte. am morgen noch singend in der dusche und auf arbeit dann heine und friedrich im kopf. da muss man ja so aussehen.

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  2. ausserdem denke ich nicht, dass dieses "in den beruf reinwachsen" ein schockerlebnis ist. vielmehr ist es ein schleichender und unmerkbarer prozess der sich nur sehr langsam anbahnt.
    der schock kommt, wenn überhaupt, erst später. wenn man mitte vierzig über sein leben nachdenkt und feststellt, dass man lieber mit Bonpland den Orinoco hinaufgefahren wäre.

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  3. berto hat Recht. Und Sinatra auch. Vorallem mit der langsamen unmerklichen Sache.
    Das denke ich auch und ich werde streng darauf achten, dass mir das verdammt nochmal nicht passiert. Ich sehe es auch Tag für Tag und finde es so zurchtbar traurig. Aber glücklich bin ich auch, weil ich denke das Gegenteil ebenfalls zu sehen. Das nehm ich mir als Vorbild... in gewisser Weise.
    ;*

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